Ansätze guter Personalarbeit – Fünf Fragen an Jannis Tsalikis

ViceJannis Tsalikis ist HR Director bei VICE Deutschland, Mitgründer des Forums für innovative Personalarbeit e.V. (FIP) ambitionierter Blogger auf Mein Freund die Arbeitgebermarke und Mitinitiator des HR-Awards „Die Goldene Runkelrübe“ für herausragend schlechtes Personalmarketing. Im Interview erklärt er uns, welche Trends und Herausforderungen er derzeit für das Personalmarketing sieht und wo Unternehmen ansetzen müssen, um erfolgreiche Personalarbeit zu leisten.

Jannis-TsalikisHerr Tsalikis, Ihr Engagement im HR-Bereich finden wir toll. Sagen Sie uns, an welchen Stellen für Sie gute Personalarbeit ansetzt? Welche Kriterien machen Unternehmen in ihrem Personalmarketing/Employer Branding erfolgreich?

Der Schlüssel ist in der Theorie denkbar einfach: Zielgruppe verstehen, kreative Kommunikation erarbeiten, die die Inhalte auf den Punkt kommuniziert und mit intelligentem Medieneinsatz an den Empfänger ausliefern. In der Praxis ist das leider nicht so einfach. Vielfach fehlt es noch an Budgets, aber auch an Kompetenz. Darüber hinaus an dem Willen, nachhaltig Markenarbeit zu leisten und sich um die interne und externe HR Kommunikation zu kümmern.

VICE ist ein internationales Medienunternehmen, das stets in Bewegung ist und sich auf Wachstumskurs befindet. Was bedeutet das für Ihre HR-Arbeit? Welche Projekte liegen derzeit auf Ihrem Tisch?

Je dynamischer das Umfeld desto schwieriger für alle Service Abteilungen, das Unternehmen im Wachstumskurs zu stützen und zu begleiten – HR Manager von Ventures wissen, was ich meine. Es gilt, während der Fahrt, die Reifen zu wechseln, d.h. alltägliche HR Aufgaben zu erledigen und gleichzeitig Prozesse und Strukturen zu optimieren. That’s my Business und es macht richtig Spaß!

Wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken, welche Entwicklungen in der Personalwelt sind Ihnen in den letzten Jahren besonders aufgefallen?

Als ich 2002 anfing, als Personaler zu arbeiten, da gab es sie noch, die Bewerbungen per Post. Das ist heute eher eine Rarität. Diese Veränderung steht sinnbildlich für die größte Veränderung in der HR Arbeit. HR ist digital geworden und dadurch schneller und transparenter. Um nur ein paar Stichworte zu nennen: Active Sourcing, Bewerberverwaltungssoftware, Enterprise 2.0, Big Data in HR, Arbeitgeberbewertungsportale und Employer Branding. Jede Menge Neues innerhalb der letzten 10 Jahre, finden Sie nicht?

Durchaus. In einem früheren Beitrag haben wir über den Award „Die Goldene Runkelrübe“ – eine Auszeichnung für misslungenes Personalmarketing – gesprochen. Sagen Sie uns, wie ist dieser Award zu Stande gekommen und was steckt dahinter?

Wer sich viel mit dem Thema Personalmarketing auseinandersetzt, der muss sich zwangsläufig über so viel schlechtes Personalmarketing ärgern – zumindest hab ich mich geärgert. Ich wollte es thematisieren, ich wollte, dass kontrovers darüber gesprochen wird. Henner Knabenreich ging es damals ähnlich. Wir haben uns verbündet und den Award gestartet. Dass das Thema dann überregionale Presse bekam, damit hatten wir natürlich nicht gerechnet.

Es gibt ja durchaus einige Unternehmen, die beim Thema „Employer Branding“ oder „Personalmarketing“ noch ganz am Anfang stehen, können Sie abschließend fünf Tipps für eine erfolgreiche Personalarbeit zusammenfassen?

Fünf Tipps? Hm, das ist immer schwierig. Versuchen wir es:

  1. Unternehmensmarke / Arbeitgebermarke verstehen. Das ist der Grundstein.
  2. Zielgruppe verstehen, d.h. man muss sich mit der Zielgruppe wirklich befassen (und nicht nur einen externen Berater beauftragen).
  3. Eine Kommunikationsstrategie formulieren. Sie brauchen einen Plan. Einen Nachhaltigen.
  4. Kreative, gut gemachte Kommunikation, die sofort auf den Punkt kommt. Im Zweifel: Verzichten sie auf unnötiges Lametta und verschwurbeltes Storytelling, das keiner mehr versteht (Ausbildung zum Wurstdesigner).
  5. Stellen sie ein realistisches Budget für die Kommunikation zur Verfügung.

Herr Tsalikis, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei allen weiteren Projekten.

 

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