Demografischer Wandel – Die Jagd nach den erfahrenen Kräften

Demografischer WandelDer demografische Wandel und der daraus resultierende Fachkräftemangel stellen deutsche Unternehmen vor große Herausforderungen. Junge Nachwuchskräfte werden knapp, die Arbeitgeber müssen verstärkt ältere Arbeitskräfte integrieren und binden.

Wenn mit Blick auf den Arbeitsmarkt vom martialisch anmutenden „War for Talents“ die Rede ist, so beschreibt dies nur einen Aspekt des demografischen Wandels: den Engpass an qualifizierten Nachwuchskräften als Folge des niedrigen Geburtenniveaus und daraus resultierend die Unternehmensbemühungen, junge Hochschulabgänger zu rekrutieren. Andererseits stehen dem Arbeitsmarkt immer mehr ältere Menschen zur Verfügung. „Stärker als je zuvor wird die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens künftig davon abhängen, wie erfolgreich es auch erfahrene Arbeitnehmer der Altersgruppe ab 50 Jahre zu gewinnen und wie langfristig es seine Mitarbeiter zu binden vermag“, sagt Jochen Pett, Leiter Forschung und Entwicklung der Deutschen Employer Branding Akademie (DEBA).

Immer mehr ältere Arbeitnehmer

Die Zahlen des Statistischen Bundesamt belegen: Während 1991 nur 38,2 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland zwischen 55 und 65 Jahren alt waren, stieg diese Zahl im Jahr 2012 bereits auf 61,2 Prozent, also ein Anstieg um circa 23 Prozent. Dem entgegen lässt sich bei den jüngeren Arbeitnehmern (25 bis 55 Jahre) lediglich ein Anstieg um 3 Prozentpunkte feststellen. Ein wesentlicher Grund für den Anstieg ist die generell gestiegene Erwerbstätigkeit in Deutschland. Doch auch ein besserer Gesundheitszustand bei den Älteren, die schlechteren Bedingungen für Frühverrentung und das Älterwerden der Gesellschaft haben zu dieser Entwicklung beigetragen. Arbeitgeber sehen sich somit vor der Herausforderung, um die wenigen jungen Arbeitskräfte zu werben, die älteren Mitarbeiter zu binden und beide Generationen zusammenzuführen.

Altersgemischte Teams

Was können Arbeitgeber tun, um attraktiv zu bleiben? Entsprechende Angebote können sein: flexible Arbeitszeit, mehr Urlaub, Teilzeit, umfassende Gesundheitsförderung. Insbesondere Großunternehmen, wie Audi, bieten Beschäftigten zum Beispiel einen kostenlosen Gesundheitscheck an. Wichtiger als die Integration älterer Arbeitnehmer dürfte aber das Miteinander von Jung und Alt werden, also der Wissensaustausch in altersgemischten Teams. So konnte zum Beispiel der Dresdner Psychologe Jürgen Wege nachweisen, dass altersgemischte Teams in einem Finanzamt Steuererklärungen schneller bearbeiten als Gruppen, die nur aus jüngeren oder älteren Beamten bestehen.

Ein strategisches Gesamtkonzept ist laut DEBA-Experte Pett vonnöten. Unter Berücksichtigung von Employer Branding müsse sich ein Unternehmen nicht nur anders verkaufen, sondern substanziell verändern oder weiterentwickeln. „Sonst“, so Pett weiter, „bleibt auch das aufwändigste 50plus-Recruiting ein Muster ohne Wert“.

 

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