Die Karrierewebsite als E-Visitenkarte im Employer Branding

KarrierewebsiteIm digitalen Zeitalter stellt der Online-Auftritt zur Gewinnung neuer Mitarbeiter einen essentiellen Teil dar. Um im War for Talents die Nase vorn zu haben, sollten sich Unternehmen auf ihrer Karriereseite als attraktiver Arbeitgeber präsentieren.  

Im Employer Branding gilt eine bewerberfreundliche Karriereseite als Meisterstück der Außendarstellung. Den Ergebnissen der Studie der Universität Bamberg* zufolge, informieren sich rund 86 Prozent der Bewerber auf den Unternehmenswebseiten über ihren potenziellen Arbeitgeber. Klar, denn dort findet man alle nötigen Informationen schnell, aktuell und auf einen Blick. Dies sollte zumindest im Idealfall so sein. Doch um eine zielgruppengerechte Bewerberansprache zu garantieren und es den Informationssuchenden so einfach wie möglich zu machen, muss die Karriereseite klar strukturiert sein. Deshalb sollten Sie sich vorab die folgenden Fragen stellen:

Welche Bewerbergruppen möchte ich auf der Karriereseite ansprechen?

Um einen transparenten Überblick über die Karrieremöglichkeiten zu geben, lohnt sich stets eine Gliederung in verschiedene Bewerbergruppen wie beispielsweise Schüler/Auszubildende, Studenten, Berufseinsteiger und Berufserfahrene. So können Sie ideal auf das unterschiedliche berufliche Vorwissen sowie die verschiedenen Anforderungen der jeweiligen Zielgruppe eingehen. Zusätzlich ist eine Unterteilung – gerade bei einem breit gefächerten Angebot an Karrieremöglichkeiten – in Praktika, duale Studiengänge oder Traineeprogramme sinnvoll. Die Bewerber wollen alle für sie relevanten Karrieremöglichkeiten so schnell und einfach wie möglich abrufen können – am besten auf einen Klick. Denn diese entscheiden in der Regel nach zehn Sekunden, ob sie länger auf Ihrer Website verweilen oder sie wieder verlassen.

Wer bin ich überhaupt und was biete ich meinen Mitarbeitern?

Die Bewerber interessiert, was nach einer eventuellen Einstellung auf sie zukommt, daher sollte eine weitere Rubrik Ihnen als Arbeitgeber selbst gewidmet sein: Unternehmenskultur, Leistungen sowie interne Entwicklungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer werden hier überschaubar und transparent präsentiert. Zudem runden Engagement bezogen auf Gesundheitsmanagement, Work-Life-Balance oder soziale Verantwortung Ihr Arbeitsgeberprofil ab.

Wie kann ich den Bewerber authentisch überzeugen?

Werden Sie als Arbeitgeber zur Marke. Durch eine emotionale, authentische Bildwelt, Recruitingvideos oder Erfolgsgeschichten einzelner Mitarbeiter geben Sie einen glaubwürdigen und greifbaren Eindruck Ihrer gelebten Werte und Kultur und überzeugen mit Ihrer Arbeitgeberattraktivität. Gelingt es Ihnen, hier zu Punkten, fördert dies sowohl die Identifikation des Bewerbers mit Ihrem Unternehmen als auch die Motivation, tatsächlich eine Bewerbung abzuschicken. Ein Einblick in die Unternehmensgeschichte und eine Übersicht der Eckdaten, wie z.B. Tochterfirmen, Standorte oder Mitarbeiterzahl gehört darüber hinaus zur einer transparenten Außendarstellung.

 Welche Stellen sind zu besetzen und wie kann man sich bewerben?

Natürlich bekommen auch die ausgeschriebenen Stellen einen festen Platz auf Ihrer Karriereseite. Und auch hierbei gilt: Gestalten Sie den Bewerbungsprozess und die Kontaktaufnahme aus Bewerbersicht so einfach wie möglich. Bewerbermanagementsysteme sind mittlerweile „State of the Art“ und leiten den Interessenten (im besten Fall sehr nutzerfreundlich) durch die Bewerbung. Die Stellenanzeigen, bestückt mit Kurzprofil des Unternehmens, Stellenbeschreibung, Darlegung der Erwartungen an den künftigen Mitarbeiter sowie einer Zusammenstellung des „Reason Why“ sind übersichtlich zu platzieren und emotional aufzubereiten. Achten Sie darauf, dass Ihre Ausschreibungen stets aktuell sind. Nichts ärgert einen Bewerber mehr, als Zeit, Hoffnung und Motivation in eine Bewerbung zu investieren, die von vorne herein ins Leere geht. Außerdem sind Tipps zum Ablauf des Bewerbungsverfahrens und -prozesses mit Nennung entsprechender Ansprechpartner eine gute Möglichkeit, um der Betreuung des Bewerbers von Anfang nachzukommen und Unsicherheiten zu beseitigen. In diesem Zusammenhang hilft auch eine Auflistung der FAQs.

Wie informiere ich die Interessierten nachhaltig?

Bieten Sie dem Bewerber die Möglichkeit, sich über Neuigkeiten zu Ihrem Unternehmen, Ihren Stellen oder Ihrer Branche auf dem Laufenden zu halten oder Sie persönlich auf Messen anzutreffen. Über aktuelle Newsmeldungen auf der Webseite und die Verlinkung zu Ihren Social-Media-Kanälen können Meldungen gestreut und der Nutzer „geführt“ werden. Zudem sorgt ein eingerichteter RSS-Feed oder eine Newsletter-Funktion dafür, den Kontakt zum Bewerber zu halten und diesen langfristig an das Unternehmen zu binden.

Was muss ich sonst noch beachten?

Grundsätzlich darf eine Website nie zu viel Text beinhalten. Achten Sie auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Text- und Bildwelt. Drop-Down-Menüs, Roll-Over-Effekte oder Slideshows präsentieren Inhalte übersichtlich und ansprechend. Sprachlich sind die Informationen leserfreundlich, klar und deutlich zu formulieren. Vermeiden Sie Verkomplizierungen und denken Sie an Ihre Zielgruppe: Komplexe Schachtelsätze oder hochgestochene Terminologie schrecken den Bewerber oftmals ab.

Im Employer Branding kommt es bei der Erstellung der Karrierewebsite also auf viel mehr an als die bloße Ausschreibung von Stellen. Von der Darlegung der Unternehmenswerte über die Unternehmensgeschichte bis hin zur sozialen Verantwortung und dem Engagement in Sachen Work-Life-Balance. Der Arbeitgeber muss den potenziellen neuen Mitarbeiter von seiner Arbeitgebermarke und -attraktivität überzeugen – und dies in einer übersichtlichten Form, orientiert an die jeweilige Bewerberzielgruppe.

*Quelle: Ivens & Rauschnabel, Uni Bamberg; Handelsblatt am 09.03.2012

 

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